Nachkriegszeit – kleine Geschichten

Nach Franz Gretzmeier

Sonntag Nachmittag: Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg konnte man sich nicht viel leisten. Man hat sich aber trotzdem schöne Momente gemacht, indem man sich am Sonntag gegenseitig besucht hat. Wenn Besuch erwartet wurde, gab es schon mal selbst gebackenen Kuchen. Aber es gab nicht wie heute Bohnenkaffee oder Tee zu trinken. Bohnenkaffee war viel zu teuer. Und was hat man statt dessen getrunken? Apfelmost. Das ist ein alkoholhaltiger, vergorener Apfelsaft. Interessant ist auch zu erwähnen, dass auch die älteren Kinder Apfelmost bekommen haben. Heutzutage nennt man Apfelmost übrigens Cidre oder Cider. Allerdings war der selbstgemachte Apfelmost meistens sehr herb und sauer.

Besuch aus der Schweiz: 1952 bekam Hochdorf Besuch von Bürgern aus Hochdorf in der Schweiz. Die Schweiz war im 2. Weltkrieg nicht beteiligt. Da war also Frieden und die Leute hatten keine Not.
Der Besuch war im Ort offiziell angekündigt – wer ihn organisiert hatte, ist nicht klar. Aber die Erwartung oder auch Neugier auf die Schweizer war groß. Also versammelte sich die Hochdorfer Kinder auf dem Dorfplatz. Dann kam endlich ein Bus mit den erwarteten Gästen. Bevor sie ausstiegen warfen sie 2 Tafeln Schokolade aus den geöffneten Fenstern. Das war für uns Kinder eine Sensation.

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